Rapha’s FESTIVE500 – 2019

Zum zehnten Mal jährt sich diese Herausforderung, die zwischen Weihnachten und Neujahr für Radsportler die Runde macht. Über 117.000 Teilnehmer haben 2019 an dieser Challenge von Rapha teilgenommen. Fabian hat uns den Anstoß gegeben, in diesen acht Tagen 500 Outdoor gefahrene Radkilometer zu absolvieren. Die FESTIVE500 beginnt am 24. 12. und endet am 31.12. Nach einigen Gesprächen waren wir drei Mann, die diese Herausforderung angetreten sind. Voll entschlossen und mit einem Trainingsplan hatten wir neben dem Gänsebraten, den zahlreichen Plätzchen und Leckereien das ein oder andere zu verbrennen.

Rückblickend lässt sich jetzt schon sagen, dass dieser halbe Tausender etwas Besonderes mit sich bringt. Nicht nur, weil man in 8 Tagen die 500 Kilometer fahren muss. Vor allem logistisch mit Familie, Kindern, Arbeit muss man genau abwägen, wann man wie fährt. Mit einem Plan, der für jeden individuell gestaltet wurde, war die Schnittmenge an möglichen gemeinsamen Ausfahrten begrenzt.

Für uns war es wichtig, nicht nur 8 Tage Kilometer zu schruppen. Jeder von uns hat im Vorfeld geschaut, was er wann an welchen Tagen absolvieren kann und wann man nicht abkömmlich ist. Unter dem Motto, wir legen ein Trainingslager ein, sind wir hoch motiviert in diese acht Tage gestartet. Das Highlight sollte eine gemeinsame Teamausfahrt werden, bei der wir zusammen eine größere Runde planten. Neben der Herausforderung war uns wichtig, dass die Familie nicht darunter leidet.

Hier sind meine Details von der FESTIVE500 2019

24.12.2019
105km • 3h26min • 30,6km/h Schnitt • 778HM • 246Watt NP

Meinen Auftakt zur FESTIVE500 startete ich am Heiligabend in den frühen Morgenstunden. Nach reiflicher Überlegung wollte ich zeitig an diesem Tag starten, um noch vor dem Mittag wieder Zuhause zu sein. So stellte ich den Wecker auf kurz vor 07:00Uhr. Mit frischen Brötchen gab es dann ein kleines Frühstück, und ich deckte den Tisch für meine Frau und meine Kinder. Kurz nach 08:00Uhr sollte es auch schon los gehen. Meine Idee war es, eine dreistellige Runde zu schaffen. Endlich 100km auf dem Tacho. Nach über 90min Fahrzeit habe ich eine Nachricht von meiner Frau erhalten. Ein Dankeschön für den wundervollen Frühstückstisch. Das motivierte mich noch mehr. Von Erfurt führte die Strecke zu den Drei Gleichen bis an den Fuß des Inselbergs bei Friedrichroda. Weiter in nördlicher Richtung nach Friedrichswerth, um dann mit östlicher Himmelsrichtung wieder nach Erfurt zu kurbeln. Kurz vor 12:00Uhr war ich dann auch wieder zurück. Es lag also noch der ganze restliche Tag vor mir. Zum Mittag gab es ein tolles leichtes Gericht. Lachsfilet mit Mango-Paprika Salat, rustikalem Baguette und wer mag Peperoni –  eine Entdeckung bei einem Besuch eines Freundes in Oslo und ein richtig tolles Essen. Der Heiligabend konnte also starten.

25.12.2019
114km • 4h13min • 27,1km/h Schnitt • 1.368HM • 226Watt NP

Schon eine alte traditionelle Route von Erfurt nach Sonneberg, die ich bereits als Profi zum ersten Weihnachtsfeiertag absolvierte, stand auf meinen Plan. Leicht modifiziert startete ich nach dem leckeren Mittagschmaus bei den Schwiegereltern von Erfurt in Richtung Hohenfelden, weiter durch das Ilmtal in Richtung Stadtilm. Aufgrund der verspäteten Abfahrtszeit war das Licht montiert, um in der nahenden Dunkelheit gesehen zu werden und selber genug zu sehen. Von Stadtilm führte die Route dann nach Paulinzella weiter Richtung Königsee. Hier stand der erste Berg auf dem Programm, um ins Schwarzatal zu gelangen. Das Schwarzatal dann immer weiter bis Katzhütte, um mit dem zweiten Anstieg hoch nach Neuhaus am Rennsteig zu gelangen. Die Anstiege nutzte ich direkt für leichtere Kraftinhalte bei geringer Trittfrequenz. Von Neuhaus ging es dann bergab über Lauscha und Steinach in meine Heimatstadt Sonneberg. Angekommen gab es ein leckeres Abendessen und unterhaltsame Gespräche mit der Familie. Der zweite Weihnachtsfeiertag war mein erster Ruhetag und ausreichend Zeit in Familie. Nach einem Frühstück sind wir eine kleine Runde mit den Kindern durch den Wald gelaufen. Mit voller Freude gab es Mamas leckere Thüringer Klöße, die ich so sehr liebe. Zum Nachmittag ging es zum Eislaufen mit einem anschließenden Kaffeetrinken. Ein gelungenes Finale für Weihnachten.

27.12.2019
60km • 2h06min • 28,6km/h Schnitt • 543HM • 234Watt NP

Nach dem Ruhetag stand zum Freitag den 27.12.2019 zuerst die Arbeit auf dem Plan. Zum Jahresende standen noch wichtige Aufgaben für mich an. Dazu kam, dass an diesem Tag das Indoorcycling X-MAS Spezial in der sportreha.ERFURT anstand. Mein Plan war es, alles dabei zu haben und direkt nach der Arbeit und vor dem Kurs eine gut strukturierte Einheit zu fahren. Nach 30min Einfahren ging es im 10min Wechsel mit dreimal 10min GA2 Intervallen zur Sache. Im Grundlagenausdauerbereich 2 geht es vorrangig um Grundlage bei erhöhter Intensität, die aber noch gänzlich weit weg von der Schwelle liegt. Diese Inhalte trainieren die Kraftausdauer auf diesem einen stabilen Niveau. Wieder zurück wurden die Klamotten gewechselt und es stand die Kursstunde an. Gemeinsam mit den Teilnehmern habe ich als Kursleiter 50min Musik aufs Ohr gehauen und meine Teilnehmer zum Schwitzen gebracht. Es war ein tolles X-MAS Spezial. Falls ihr einmal Playlisten sucht für euer Indoortraining, dann schaut doch auf meinem Spotify Kanal vorbei.

28.12.2019
120km • 4h08min • 29,2km/h Schnitt • 1.027HM • 232Watt NP

An diesem Samstag stand die größte Schnittmenge in unserer vorangegangenen Planung an. So kam es dann auch, dass wir eine gemeinsame Teamausfahrt bestritten. Mit einer kleinen aber feinen Gruppe starteten wir am Pelto Bad in Sohnstedt, um nach der Tour direkt in die Sauna zu gehen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es doch recht frisch. Gemeinsam ging es dann auf unsere Runde in den nördlichen Teil Thüringens – endlich Windschatten, wenn man seine Führungsarbeit hinter sich gebracht hat und tolle Gespräche mit tollen Menschen. Dank unserer Frauen ist so etwas überhaupt möglich. Ein langer Trainingstag mit anschließendem Saunieren. An dieser Stelle also ein ganz großes Dankeschön an unsere Ladys. Nach der Runde ging es ins Pelto Bad. Vor dem Saunagang haben wir lecker gegessen und unsere Speicher wieder aufgefüllt. Es war ein echtes Highlight innerhalb der FESTIVE500 und für uns alle ein echt gelungener Tag.

29.12.2019
115km • 4h04min • 28,2km/h Schnitt • 1.077HM • 215Watt NP

Mein Festive Barometer meldete schon etwas Müdigkeit. Dennoch wollte ich an meinem Plan, die 500km zum Sonntag zu beenden, festhalten – nicht wegen den 500 Kilometern, vielmehr wegen dem Trainingsgedanken dahinter. Ich wollte unbedingt den 3-er Block beenden. Dazu kommt, dass ich mir für Montag und Silvester etwas Luft schaffe, denn diese beiden Tage waren als Puffer von vornherein geplant. Im Gegensatz zum 24.12.2019 haben wir ausgeschlafen und ganz entspannt zusammen gefrühstückt. An diesem Tag stand reines Grundlagentraining auf dem Programm. Der Blick war also auf den Puls gerichtet und ich habe mich nicht von der Wattanzeige treiben lassen. Akribisch und fokussiert strampelte ich dann in westlicher Richtung bis Ohrdruf, vor mir die Thüringer Berge, die ich nach meinem Linksknick mit Fahrt in Richtung Ilmenau immer zu meiner rechten im Blick hatte. Von Crawinkel bis Ilmenau folgten zahlreiche kurze und giftige Anstiege. Der Blick war weiterhin fest auf den Puls gerichtet, und selbst bei über 10% Steigung hielt ich den Grundlagenbereich ein. Ab Ilmenau ging es ins Ilmtal zurück nach Erfurt.

Fabian gab uns den Anstoß, André hat schon öfters darüber nachgedacht, aber bis zu dieser FESTIVE 500 noch nicht die Umsetzung in Angriff genommen. Für mich war es eine Herausforderung und Abwechslung zugleich. Ein Trainingslager Zuhause mit tollen Routen und einer Ausfahrt als Gruppe.  Weder das Wetter hat uns in die Knie gezwungen, noch fehlte die Motivation. Rückblickend war es einfach genial – und die Erkenntnis, dass man sein Hobby mit Ideen und cleverer Planung harmonisch in den Alltag packen kann.