Pfingsten 2018 – gerade 49 geworden – ist der Plan gereift, den Ötzi 2019 noch einmal zu fahren. Diesmal aber in einer Zeit von unter 10 Stunden. In Gesprächen über meinen persönlichen Traum, mit anderen Radsportfreunden, habe ich von Jan und Christian einen Tipp bekommen, mir doch einen Trainer zu suchen. Sie kennen da jemanden. So kam das Thema PPC auf mit dem Trainer Sebastian Lang.
Er selbst stammt aus Sonneberg und lebt und arbeitet jetzt in Erfurt. Mit diesem Gedanken und Informationen bin ich nach Hause gefahren. Nach Absprache mit meiner Familie habe ich Verbindung zu PPC aufgenommen und erstaunt festgestellt, der Trainer ist ein ehemaliger Radprofi, mit einem ordentlichen Palmarès. Kurze Zeit darauf folgte ein Telefonat mit Sebastian. Bei diesem ersten Gespräch sollte ich meine Vorstellungen erläutern um was es mir geht. Und Hey ich hatte einen Ex Profi an der Leitung (Wie geil ist das denn?!). Wir haben uns einige Zeit unterhalten und auch schon Termine gemacht für ein Treffen mit Ausfahrt und ab wann mein Training starten wird. Dann war es soweit. Das erste Treffen mit Sebastian, MEINEN TRAINER! Ich habe jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Bei der anschließenden Ausfahrt, hat er mir einige Begriffe, die in den Trainingseinheiten vorkommen, erklärt und demonstriert. Uii dachte ich, das ist teilweise heftig, weil ich bis dahin ganz anders gefahren bin. Ich bin vorher nicht mit Trittfrequenzen über 80, geschweige denn 90 Umdrehungen gefahren, Diese Ausfahrt ging sehr schnell vorbei (leider). Zuhause angekommen, richtete er mir einen Account ein, damit wir in Verbindung sind. Über diesen Account gab er mir meine Trainingspläne und er konnte sehen, wie ich diese Einheiten umsetze. Mit diesem Rüstzeug fing es an. Erste TE – KmR am Berg. Vorgabe: wenig Watt: Ich dachte, da kann ich doch viel mehr und habe draufgelatscht, was die Beinchen so drücken konnten. Promt kam die Antwort vom Trainer: ,,DAS WAR ZU HEFTIG!”. ? Hä ? Ich will doch weiter kommen?! Nach einem weiteren Telefonat habe ich es begriffen und habe mich voll auf die Vorgaben meines Trainers eingelassen. Da war der Kopf und die Beine in der Hand des Trainers – und das war gut so. Während meines Trainings bekam ich Analysen und Tabellen vom Trainer über meine Entwicklung. Er war begeistert von meiner Disziplin. So fuhr ich TE um TE auf der Rolle oder draußen.

Dann plötzlich ein HIIT und bei der 6. Anstrengung von 8 sind mir die Beine eingeschlafen und ich konnte keine Watt mehr generieren. Mit hängenden Ohren habe ich Sebastian angerufen und versuch mit zu erklären. Er konnte mich beruhigen. Meine Werte passen. Das war Absicht. Wenn ich diese Einheit nach einem Ruhetag gefahren wäre, dann hätte ich sie ohne Weiteres durchgezogen. Da merkte ich, Dass nicht nur ein Tag wichtig ist, sondern das RICHTIGE in der richtigen Reihenfolge zu trainieren, mich weiter bringt.

Es vergingen viele TE, die mal mehr und mal minder hart waren. In dieser Zeit, besonders auf der Rolle, verließ viel Schwäche (Schweiß) meinen Körper. Auch einschneidende Erlebnisse habe ich erfahren, wie zum Beispiel, wenn Mittwochsrunde mit meinen Jungs war und ich Ruhewoche hatte und somit nicht fahren sollte. Oder der Trainer sagte: ,,Fahre zurückhaltend und nur das nötigste.”. Das war für mich schwer, aber ich habe voll auf Sebastian vertraut. Er weis was gut für mich und unser Ziel ist.

Bis zu meinem persönlichen Saisonhöhepunkt – Ötzi 2019 – mittlerweile 50 geworden, habe ich mir einen Zeitplan zurecht gelegt mit den Zahlenvergleich meines ersten Ötzis 2016. Ich kam auf eine Zeit von ca. 9h und 45min. Jo dachte ich, ohne mich zu überschätzen, da ist noch ein wenig Spielraum.
Das klappt.

Da ich mit 1,97m Größe und über 90kg wirklich kein Bergfloh bin, konnte ich mich auf ein immer verlassen: Meinen Kampfgeist, denn NEVER GIVE UP!!

Der 01.09.2019 kam und wir, mein Best Buddy Mario (mit dem ich seit Jahren viele verrückte Sachen gefahren bin) und Joachim standen mit mir am Start. Ich fühlte mich gut vorbereitet, es kann los rollen. Als der Startschuss fiel und die Masse sich langsam in Bewegung setzte, kam der Gedanke FEUER FREI, aber mit Bedacht in die Abfahrt und kontrolliert am Berg. Wetter war top, trockene Straßen und nicht zu warm … das läuft. Kühtai und Brenner lag ich im Bereich meines Planes, ab dann ging es weiter nach vorn. Am Jaufen hatte ich zu meinem Plan Vorsprung. Ich wurde mir immer sicherer, dass es aufgeht. Dann kam der Aufstieg vom Timmelsjoch. Mit dem Wissen des Vorsprungs konnte ich den letzten Berg ohne Stress angehen. Auf der Passhöhe wusste ich es wird eine top Zeit für mich, die Abfahrt ist geschafft, Zwieselstein passiert, jetzt geht’s zum Endspurt. Auf der Straße durch Sölden nochmals richtig reingehalten und einen Spurt zur Ziellinie gezogen. GESCHAFFT! Blick an die Uhr, 9h 19min und 43,5 sek … WOW!
Als erstes meinen Trainer Sebastian Lang angerufen und mich bedankt für die Zusammenarbeit und unser Ergebnis. Es war eine intensive aber auch schöne Zeit.

Als Fazit sage ich: Das Training mit PPC und Seppel lässt Träume wahr werden!

Euer Steffen Meier