Stoneman Road – 2019

Nachdem ich bereits 3 Teilnahmen am Stoneman Miriquidi MTB aufweisen konnte, war es höchste Zeit, das Ganze auch mit dem Rennrad anzugehen. Gemeinsam mit André Pfennig ging es deshalb Ende Mai nach Oberwiesenthal. In Begleitung unserer Familien haben wir ein verlängertes Wochenende im wunderschönen Erzgebirge geplant.

Unser sportliches Highlight sollte die knapp 300km lange Strecke für Rennradpiloten werden. Der Stoneman Road ist noch nicht so bekannt und begehrt, wie es die Mountainbike Version ist. Aber eines steht fest, sie ist absolut empfehlenswert.

Die Strecke verläuft zur Hälfte auf deutscher und zur anderen Hälfte auf tschechischer Seite. Mit fast 5.000 Höhenmetern gilt es, so einige Berge zu bezwingen.

Unsere Startzeit war 07:00Uhr, welche sich zum Tagesende sogar als etwas zu spät herausstellte. Also ein kleiner Tipp am Rande – lieber etwas eher los und dafür mehr Luft zum Ende. Mit der Start- und Zielwahl Oberwiesenthal haben wir die schwersten Anstiege auch noch an unser Tagesende gelegt. Es lohnt sich also, über Alternativen nachzudenken. Wer in Oberwiesenthal startet, hat wiederum den Vorteil, dass die ersten Kilometer schnell und flüssig vergehen, da es bis Bärenstein fast nur bergab geht. Auf den 293 Straßenkilometern gilt es, 13 Stempelstationen zu erreichen. Diese befinden sich zum größten Teil immer am Kulminationspunkt des zu absolvierenden Anstiegs. Einige Tage vor dem Ritt erhält man eine GPX Datei für seinen Fahrradcomputer (Navigation), um auf der aktuellsten Route diese Runde zu absolvieren. Stempelkarte und Startpaket wird im Vorfeld gebucht und am besten, man holt am Vortag alles beim ausgewählten Kooperationspartner ab.

Die Fahrt bis Kilometer 130 verlief absolut reibungslos und echt entspannt – ein tolles Tempo im Flachen und an den Bergen, so moderat es nur ging, um Körner zu sparen. Landschaftlich führt die Route durch weite Teile des Erzgebirges über tolle abgelegene Straßen – wenig Verkehr und viel Natur, einfach genial für Radsportler.

In Bärenfels musste ich meinen Partner mehr oder weniger zu einer Rast überreden. Der Hunger war einfach zu groß und die noch zu absolvierenden Kilometer einfach zu viel. Langsam taten sich bei mir Zweifel auf, ob ich das durchhalten würde. Viel Training und Vorbereitung gab es aufgrund meines Studiums nicht. Gestärkt und mit frischem Mut ging es weiter. Ab Zinnwald ging es dann auf tschechischer Seite weiter, wo auch der Straßenbelag zum Teil echt rau wurde. Ab Kilometer 200 musste ich ernsthaft kämpfen. André übernahm souverän die Führung im Wind auf flachen Abschnitten und zog mich so durch die Landschaft. Die Anstiege auf tschechischer Seite erschienen mir deutlich schwerer, am Ende war es wohl einfach die fehlende Power.

Mit den beiden Schlussanstiegen Klinovec und Fichtelberg standen die höchsten und längsten Anstiege noch an. André musste ich schon am Fuße des Klinovec ziehen lassen. Ein guter Rhythmus war bei mir unmöglich und so kämpfte ich mich da hoch. Der Berg ist sensationell und echt eine tolle Herausforderung.

Mit immer tiefer stehender Sonne neigte sich der Tag dem Ende entgegen und das Ziel kam näher. Ich selbst habe die letzte Stempelstation am Klinovec ausgelassen und bin direkt zum Fichtelberg gefahren. So fehlten mir 3,6km und ein paar wenige Höhenmeter. Die geringe Vorbereitung machte sich eben deutlich bemerkbar. Auf dem Fichtelberg hatte André mich wieder eingeholt und wir waren beide extrem stolz auf das Erreichte. André war echt so fit, dass ich schon neidisch war.

Unsere Damen haben bereits Nudeln gekocht und angekommen haben wir den Abend bei Pasta in familiärer Runde ausklingen lassen. Fazit: Diese Rennradtour ist ein Knaller, aber verlangt alles von dir ab.